Mittwoch, 9. März 2016

CO2-Reduzierung durch Mini-Meerespflanzen?

Die Menschheit hat in den letzten Jahrzehnten CO2 ausgestoßen - sehr viel. Doch nur die Hälfte davon findet sich in der Atmosphäre. Wo ist der Rest?

Es gab schon längere Zeit Vermutungen, dass die Biosphäre - also das Leben auf unserem Planeten - das CO2 aufnimmt. Unser Planet ist grüner geworden und die Nahrungsmittelproduktion wurde gesteigert.

Nun gibt es eine neue Untersuchung über Kleinstlebewesen (Phyto-Plankton oder Viren), die CO2 aufnehmen und in die Ozeantiefen hinabsinken.

http://joannenova.com.au/2016/02/phytoplankton-suck-co2-out-of-sky-dump-to-ocean-floor/

https://www.sciencedaily.com/releases/2016/02/160210134825.htm

1 Kommentar:

  1. "Es gab schon längere Zeit Vermutungen, dass die Biosphäre - also das Leben auf unserem Planeten - das CO2 aufnimmt."

    Kopf -> Tischplatte!

    Genaugenommen gibt es diese Vermutung seit etwa 1779, als Joseph Priestley etwas auffiel:

    "Der Schaden, der der Atmosphäre ständig durch die Atmung einer solch großen Zahl von Lebewesen [...] und durch die Verwesung pflanzlicher und tierischer Stoffen zugefügt wird, wird, zumindest teilweise, durch das Pflanzenwachstum wiedergutgemacht."

    https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Priestley

    Man könnte sogar sagen, dass seit geraumer Zeit geradezu ein Konsens unter Biologen besteht, dass durch Photosynthese CO2 in Biomasse fixiert wird! Aber Wissenschaft wird natürlich nicht durch Konsens entschieden, insofern haben Sie mit der Formulierung als "Vermutung" völlig recht :-)

    Dass Viren allerdings CO2 aufnehmen, dürfte eine wissenschaftliche Sensation sein!

    Dagegen besteht kein Grund zur dieser Verblüffung, die im verlinkten Artikel ausgedrückt wird:

    "A paper (with 64 names!) suggests that phytoplankton might be sucking out extra CO2 from the sky and dumping it in Davy Jones’ Locker at the bottom of the deep blue sea."

    Das hätte man z. B. auch im IPCC Synthesis Report 2014 nachlesen können (mit weit mehr als 64 Namen!!), da steht im Abschnitt 1.1.1:

    "About 40% of these anthropogenic CO2 emissions have remained in the atmosphere (880 ± 35 Gt CO2) since 1750. The rest was removed from the atmosphere by sinks, and stored in natural carbon cycle reservoirs. Sinks from ocean uptake and vegetation with soils account, in roughly equal measures, for the remainder of the cumulative CO2 emissions. The ocean has absorbed about 30% of the emitted anthropogenic CO2, causing ocean acidification."

    (Mit "sinks" ist u. a. "Davy Jones’ Locker at the bottom of the deep blue sea" gemeint ;-)

    Ein Grund zu dümmlicher Euphorie wie dieser (auch im verlinkten Artikel):

    "Who needs a global carbon market? Apparently plankton are doing it for free. And all those windmills just got a bit more pointless."

    besteht aber nicht (abgesehen davon, dass es nur um einen Bruchteil der Emissionen geht, und dass Emissonshandel ganz offensichtlich "it" ohnehin nicht tut, nämlich CO2 aus der Atmosphäre zu binden und abzulagern - nochmal Kopf -> Tischplatte!), denn im selben Abschnitt folgt:

    "Based on Earth System Models, there is high confidence that the feedback between climate change and the carbon cycle will amplify global warming."

    Also: CO2-Reduzierung durch Phytoplankton mit Sicherheit nicht, vielmehr eine Bedrohung desselben durch Versäuerung:

    http://ocean.si.edu/ocean-acidification

    Ups!

    Naja, vielleicht "reduzieren" ja diese wundersamen und nie gesehenen autotrophen Viren ein paar hundert Gigatonnen CO2 in den nächsten Jahrzehnten - "I wouldn't hold my breath"! :-)

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